Gesellschaftskunde

Dieses Fach gibt es nur an Gesamtschulen!

Es fasst drei Bereiche zusammen:

Geschichte, Sozialkunde und Erdkunde

Gesellschaftskunde wird „epochal“ unterrichtet, d.h. dass Geschichts-, Sozialkunde- und Erdkundeunterrichtseinheiten aufeinanderfolgen. Die Reihenfolge der Unterrichtseinheiten bestimmt der Arbeitsplan.

Die Zusammenfassung der drei Bereiche in einem Unterrichtsfach hat den wesentlichen Vorteil, dass Zusammenhänge und Querverbindungen zwischen den verschiedenen Bereichen verdeutlicht werden können.


Dafür ein Beispiel: Das Thema Menschenrechte ist eine Sozialkunde- Unterrichtseinheit. Über Menschenrechte wird aber auch häufig im Geschichtsunterricht gesprochen, und wenn im Erdkundeunterricht Weltgegenden behandelt werden, in denen die Demokratie noch ein Wunschtraum ist, dann sind die Menschenrechte auch hier ein wichtiges Thema.

Obwohl das Fach die drei Bereiche Geschichte, Sozialkunde und in Erdkunde in einem Fach zusammenfasst, gibt es auf den Zeugnissen nicht nur eine Gesellschaftkundenote, sondern auch noch Teilnoten in Geschichte/Sozialkunde und Erdkunde. Das ist eine Forderung der KMK (Kultusminister- Konferenz der Länder).

Rahmenplan Gesellschaftskunde / Übersicht

  Geschichte  Sozialkunde  Erdkunde 
7. Jahrgang  Gesellschaft und Lebensbedingungen im Mittelalter, Slaven und Deutsche, Das neuzeitliche Weltbild   Als Jugendlicher in der Gesellschaft, Kommunikation und Medien   Einordnung Europas, Nordeuropa, Mitteleuropa, Südosteuropa, Südeuropa, Westeuropa, Europäische Integration
 
8. Jahrgang  Absolutismus, Aufklärung und Revolution, Restauration und Revolution, Industrialisierung  Menschenrechte, Zusammenleben und Gemeinschaft  Osteuropa /Russland, USA, Japan 
9. Jahrgang  Deutsches Reich in Europa, Imperialismus und Erster Weltkrieg, Weimarer Republik, Nationalsozialismus und Zweiter Weltkrieg  Demokratie, Recht und Rechtsprechung  Naher und Mittlerer Osten, Afrika, Asien, Lateinamerika 
10. Jahrgang  Kalter Krieg, Internationale Problemfelder, Entspannung und Kooperation, Zusammenleben in Deutschland  Internationale Gesellschaft, Arbeit / Konsum / Wirtschaft  Deutschland in Europa, Globale Beziehung und Abhängigkeit, Berlin-Brandenburg  


Bildungsfahrtbericht

Bericht von Ramon K. über die Bildungsfahrt der Kg. 10/6 nach Krakau und in die Gedenkstätte Auschwitz (Januar 2000):

Kulturelle und geschichtliche Begegnungen in Krakau

Krakau, die Stadt für Historiker und kulturinteressierte Menschen. In Krakau kann man eine Menge über Geschichte lernen, so wie wir. In vielen Stadtführungen haben wir die heiligen Orte – für Juden und für Christen – besichtigt. Dabei wurde uns vor Augen geführt, wie oft Krakow von anderen Völkern überfallen, beraubt und eingenommen wurde. Außerdem hörten wir von der Sage, dass in der Weichsel ein Drache leben soll (Wir konnten ihn aber nicht entdecken – vielleicht beim nächsten Mal).



Der geschichtliche Höhepunkt unserer Reise war die Besichtigung von Auschwitz, dem ehemaligen größten Konzentrationslager des Naziregimes, in welchem bis zu vier Millionen Menschen – vor allem Juden – sinnlos ermordet wurden aufgrund der Ideologie der damaligen deutschen Regierung! Wir haben das gesamte Gelände besichtigt, die Selektionsrampen, auf denen die Menschen wie Ware aussortiert wurden, die Unterbringungen, alte Holzbaracken mit unerträglichen Bedingungen, die Ruinen der Gaskammern, in welchen die Menschen ermordet wurden, und die Krematorien, wo sie verbrannt wurden. Diese Besichtigung war ein wichtiger Beitrag dazu, dass man sich die Auswirkungen und die unbeschreibliche Brutalität dieses Geschehens etwas vor Augen führen kann.



Wir haben uns aber nicht nur mit der grausamen Vergangenheit beschäftigt sondern besichtigten auch ein Salzbergwerk in der Umgebung von Krakow. Es befindet sich viele Meter unter der Erde. In dieser erstaunlichen Tiefe wurden auch Sportplätze und Läden gebaut. Dieses Bergwerk sollte man gesehen haben, denn es ist ein wirklich interessantes Gebilde.



Kurz vor unserer Abreise haben wir dann noch einen anderen, fröhlicheren Aspekt jüdischer Kultur, die jüdische Volksmusik, kennengelernt. Somit war die Reise im Kulturellen wie im Geschichtlichen ein Erfolg.

Text: R. Rüter / Fotos: R. Hoge


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